Manchmal sind es nicht die geradlinigen Lebensläufe, die am meisten hängen bleiben, sondern die, die Fragen offenlassen und genau deshalb Orientierung geben.
So ein Weg ist der von Saskia Grossmann.
In der Rolemodel-Sprechstunde von BayFiD hat sie nicht einfach Stationen ihres Lebenslaufs erzählt. Sie hat Entscheidungen sichtbar gemacht. Zweifel. Richtungswechsel. Und die bewusste Entscheidung, Karrieren nicht als gerade Linie zu denken, sondern als Entwicklung in Themen.
Von Volkswagen über die ONESTOPTRANSFORMATION AG bis hin zu ihrer heutigen Rolle bei Lidl zieht sich kein klassischer roter Faden durch ihre Stationen, sondern ein Fokus: Menschen, Lernen und Zukunft gestalten.
Karriere ist kein Plan, sondern ein Prozess
Ein Satz von Saskia bringt ihre Haltung besonders klar auf den Punkt:
„Ich bin überzeugt davon, dass es heute keinen klassischen roten Faden im Lebenslauf mehr braucht. Mit Fokus auf Employability und Herzensthemen ist fast jeder Karriereschritt möglich.“
Was früher als Bruch im Lebenslauf gelesen worden wäre, ist für sie heute ein bewusstes Navigieren entlang von Interessen, Kompetenzen und Wirkung.
Nicht die Frage „Was passt perfekt zusammen?“ steht im Mittelpunkt, sondern:
Was entwickelt mich weiter? Was gibt mir Energie? Was hat Zukunft?
Wenn Wachstum unbequem wird
Ein besonders ehrlicher Moment der Session entstand, als Saskia über einen ihrer mutigsten Schritte sprach: den Ausstieg aus einer Führungsrolle.
Nicht, weil sie unzufrieden war. Sondern weil sie sich bewusst für Entwicklung entschieden hat.
„Der Schritt aus der Führungsrolle heraus war kein leichter. Ich habe viel zurückgelassen: Aufgabenfelder, Verantwortung, Karrierestatus. Aber für meine persönliche und fachliche Weiterentwicklung war es genau das Richtige.“
Dahinter liegt eine Haltung, die sich durch den gesamten Austausch zieht: Wachstum passiert selten im Komfortbereich.
„Wachstum entsteht außerhalb der Komfortzone. Wenn es unbequem wird, beginnt Entwicklung.“
Orientierung entsteht im Gespräch – nicht im perfekten Plan
Interessant war auch, wie stark Saskia ihre eigene Entwicklung mit Gesprächen verknüpft. Besonders prägend waren für sie Impulse aus dem Austausch mit ihrer Mentorin und BayFiD Patin Prof. Dr. Yasmin Mei-Yee Weiß.
Zwei Fragen daraus blieben im Raum hängen:
„Was müsste passieren, damit du abends auf dem Sofa sitzt und denkst: Heute war ein richtig, richtig guter Tag?“
und
„Überlegt dir nicht, wovon du weg willst – sondern wohin du willst.“
Beide Fragen verschieben den Fokus: weg vom Reagieren auf Umstände, hin zur aktiven Gestaltung von Richtung.
Kompetenz sichtbar machen, ohne sich zu verstellen
Neben Karriereentscheidungen und Wachstum sprach Saskia auch über ein Thema, das viele junge Frauen beschäftigt: Sichtbarkeit in männlich geprägten Strukturen.
Ihre Antwort ist keine Strategie der Anpassung, sondern der Klarheit.
Kompetenz nicht inszenieren.
Sondern sich ihrer bewusst sein.
Authentisch bleiben, statt Rollen zu erfüllen, die nicht zur eigenen Persönlichkeit passen.
Fazit: Karrieren brauchen keine Schablonen
Der Austausch mit Saskia macht deutlich: Karrieren sind heute weniger Konstrukte aus Stationen – sondern aus Entscheidungen.
Entscheidungen für Themen. Für Entwicklung. Für Unsicherheit. Für Wachstum.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis aus dieser Sprechstunde:
Nicht der perfekte Plan führt weiter.
Sondern die Fähigkeit, den nächsten Schritt bewusst zu gestalten.



